Krieg der Welten

Fäden. Organellen. Mikroben. Mehr Kleinstlebewesen. Wassertropfen. Blatt. Baum. Erde.
Der von einem erklärenden Sprecher begleitete Zoom-Out am Anfang von Krieg der Welten ist Grundlage des Films. In doppelter Hinsicht.
Uns wird erklärt, dass die Erde schon seit langem von furchbar intelligenten Wesen aus dem All beobachtet wird und diese quasi nur darauf warten, dass die Zeit endlich reif ist uns zu Besuchen. Wieso?
Schwenk zu Ray Farrier (Tom Cruise). Der ist Hafenarbeiter und steigt gerade aus einem Kran aus. Ziemlich bald erfahren wir: Er kriegt sein Leben nichtmehr auf die Reihe. Sein Haus ist runtergekommen und die Kinder, die er mit seiner Exfrau hat, fühlen sich nicht wirklich wohl bei ihm (Achtung! 0815-Story foreshadowing!).
Das beginnt sich aber (oho!) zu ändern, als Ray mit staubbedecktem Gesicht nach Hause kommt und paralysiert, in einer anderen Welt zu sein scheint: Nachdem ein regenfreier Sturm mit Blitzen auf die Erde niedergegangen ist, war Ray an einer Straßenkreuzung, an der vorher ein Haufen dieser Blitze eingeschlagen hatten – und an der danach unzählige, flüchtende Menschen verdampft worden sind. Verdampft? Oder so.
In der ganzen Stadt werden jedenfalls Menschen verdampft. Und Ray ist der Einzige der mit einem Auto zu flüchten vermag. Alle anderen Autos sind liegen geblieben. Nur das von Ray hat einen neuen Magnetschalter bekommen und fährt deswegen wieder. Es stehen nicht nur alle Autos, auch alle Uhren, Kühlschränke funktionieren nicht mehr, genauso das Licht. Alles was durch Strom betrieben wird versagt seinen Dienst.
Böse.
Ray mit samt seiner Kinder flieht immer weiter, von einem Ort zum nächsten Ort, an dem die außerirdische Zerstörung wütet.

Der Film fühlt sich sehr düster an. Kommt er auch an die Dauernachtstimmung von Batman Begins nicht ganz ran, reicht es, um die Aliens mit einer gewissen Grundspannung und Grundfurcht zu begegnen.
Ich kenne die Buchvorlage von Godfather-of-SciFi H. G. Wells nicht, kann daher nicht beurteilen, welche Teile von Wells ausgedacht, und welche von Spielberg (etc.) weitergedacht worden sind. Aber alles ist zwar altbekannt (Aliens haben immer große, spiegelnde Augen!), passt aber irgendwie und harmoniert sogar zusammen.
Von den Bildern erinnerte der Film leicht an Starship Troopers. Riesige, menschliche Streitkräfte greifen Aliens an, die irgendwie animalisch (Bugs!) aussehen. Das alles, Sci-Fi-typisch, natürlich begleitet von einer Reihe gut aussehender Specialeffects. Und auch die SFX, also Soundeffekte, waren (un)auffällig gut passend und integriert. Ganz großes Kino.
Auf riesigen, monströsen, oder aber auch auf kleinen, detailreichen Sets spielt Cruise einen verwirrten, unentschlossenen Mann, der weiß was er will, immer seine Richtung zu kennen scheint, zu begreifen beginnt, dass ihm seine Kinder doch so einiges bedeuten und er deswegen die Welt retten muss. Oder so. Dakota Fenning ist nett und Kind, wie immer. Und kann laut schreien, wie immer. Tim Robbins, von dem ich im Kino schon wieder vergessen hatte, dass er überhaupt mitspielt, passt nicht wirklich in die Rolle des Überpsychos. Der hat einfach ein zu nettes Gesicht dafür.
Der Überpsycho, genauso wie irgendwie alle in diesem Film, scheint immer etwas mehr zu wissen über die Außerirdischen. Jeder hält irgendwoher eine neue Information bereit. Nur, woher, wenn keine Elektrik funktioniert?
Die Zeitsprünge, die der Film von einer zur nächsten Szene macht, sind größtenteils nicht zu erkennen. In welchem Zeitraum findet der Film statt? Verwirrung.
Verwirrung, genauso bei der abschließenden Frage nach dem Sinn. Nach dem Wieso. Wieso wollen die Aliens die Erde vernichten? Wieso werden manche Menschen verdampft, andere wiederum gefangen? Wieso breiten sich rote Pflanzen über riesige Gebiete aus? Wieso will Robbie kein Erdnussbuttersandwich? Wiseo bietet es Ray ihm überhaupt an? Wieso haben Aliens Mittagspause? Wieso werden die Aliens (und soviel Spoilerismus muss sein, schließlich gewinnen am Ende immer die Guten!) schlussendlich besiegt?

Trotz aller offenen Fragen, Krieg der Welten war lohnenswert. Sogar lohnenswert bis 2:00 im Kino zu sitzen. Blieben doch einige Fragen offen, konnte die endzeitliche Handlung, voller großer Actionszenen mit einem Haufe von Video- und Soundeffekten überzeugen. Tom Cruise nicht ganz. Der hat das schonmal besser gemacht. Aber naja, man wird alt.

(Und es ist sehr bezeichnend wenn man aus diesem Film herausgeht und gerade ein Gewitter mit wirklich vielen Blitzen sich draußen ankündigt. Ganz große Promo Steven, ganz große Promo…)

5 Gedanken zu „Krieg der Welten

  1. hallo,
    also ich habe den film auch gesehen und war total begeistert, so habe ich mich entschlossen das Buch zu lesen. Und mein tip wenn du deine fragen beantwortet haben willst, dann lese es. Das wird viel mehr darauf eingegangen, z.B. das rote Gewächs ist eine Pflanze die von den Ausserirdischen eingeschleppt wurde oder warum einige Gefangen werden, weil die E.T. ’s kein eigenes Verdauungssystem haben und somit nur das Blut der Menschen brauchen. Den auf ihrem Planeten gibt es keine Bakterien die im Verdauungssystem tätig werden könnten. Deshalb sind sie auch am Ende zugrunde gegangen, weil sie mit diesem Feind nicht gerechnet´haben.
    Also lese das Buch und dir geht ein Licht auf 🙂
    grüsse bis denn denn

  2. die ahnlcih keit der troipod beruht nciht auf der phantasie losigkeit von spielberg, sondern darauf das sich die BBc serie an der beschriebung der tripods asu H.G. Wells Krieg der welten roman orientiert hat

    und der Film ist schon recht nah am roman dran, nur eben in eine andere Zeit und gegend verlegt und der protagonist ist mehr held als nur beobachter wie im Buch

    die alien sind im Roman krakenähnlch beschirebn im Film von Spielberg eine art humanoides giger-alien

    die gestellten offenen fragen müßt ihr an wells richten nicht an Spielberg

    aber als tipp, der roman war als parodie der britischen konolialpolitik gedacht wobei diesmal die briten erobert udn ausgebeutet werden (deswegen kommen die Marsianer, wegen der rohstoffe) udn schließlcih wird die krone der schöpfung (mensch)von den primitivsten lebewesen (viren und bakterien) gerettet.

    vllt hilft das film und buch ein wenig mehr zu verstehen

    die gewitter promo find ich echt geil

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