Zivi-Review: Abschluss

Hier nun der dritte Teil meines Zivireviews. Etwas verspätet, aber die erste Version gefiel mir so ganz und gar nicht und trieb gleichzeitig deswegen meine Motivation etwas in den Keller.
Zivildienst in der EDV-Abteilung. Das mag sich für den Aussenstehen etwas danebenliegend ausgewählt anhören. Der Verdrückerjob unter den Verdrückerjobs. Um ehrlich zu sein, dachte und hoffte ich das, wenn auch nicht in dieser krassen Ausdrucksweise, auch vorher. Das klischeehafte Bettpfannenausleeren wollte ich nicht erleben.
Davon abgesehen, dass heut zu Tage kaum ein Zivi diesen Klischeedienst noch ausführen muss (wohl wegen mangelnder Ausbildung(smöglichkeit)), und somit die Alternativen zur EDV-Arbeit garnicht so sehr schlimm gewesen wären, bin ich, rückblickend betrachtet, trotzdem froh über mein Einsatzgebiet. War es doch wesentlich anders als Vorgestellt.

Als schwierigstes sollte sich die schon erwähnte Userbetreuung herausstellen. Im Krankenhaus treffen Menschen auf Computer, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit sonst sehr wenig mit dem modernisierten Rechenschieber anfangen können. Aber im Gegensatz zur Heimbenutzung, wo sie, wenn sie denn wollen, sich so ein Ding anschaffen und damit hantiern KöNNEN, MüSSEN sie hier damit arbeiten. Von daher ist für einen Großteil der Benutzer die EDV die Ingeburt des Bösen und sie reagieren entsprechen auf alle Hilfeversuche – wenn sie denn überhaupt welche zulassen.
Für mich war es erst eine ziemliche Anstrengung, auch wenn ich sonst von mir behaupte, recht gut mit Menschen umgehen zu können, auch unfreundliche Leute zu supporten, dann war es aber eine Herausforderung und schließlich ist es Alltagsgeschäft geworden. Frei nach dem ‘Scheiß drauf’-Motto.
Größtenteils in diesen Situationen, aber auch in den Momenten, in denen ich mich mit der alten Frau, die im selben Haus untergebracht war, im Flur auf eine ganz seltsame weise aber gleichzeitig ziemlich herzlich unterhielt und einfach mal den Chefarzt zehn Minuten länger warten lies, hat der Zivildienst zumindest für mich persönlich eines seiner Ziele erreicht, den Umgang mit Menschen üben, mit denen mal wohl normalerweise nur selten in Kontakt gerät, diesen Menschen zu helfen – und sie schließlich zu respektieren. Immerhin sind sie Hilfebedürftig. Nun sind Computeruser nicht alt oder behindert (das sagen sie zumindest) – das macht das Ganze allerdings nicht wirklich leichter…

Der Zivildienst war zwar eine Zeit voller Langeweile, aber auch eine Zeit die mich im Personenumgang weit nach vorne gebracht hat.
Und immerhin hat sie mir das Bloggen gebracht ;).

2 Gedanken zu „Zivi-Review: Abschluss

  1. hi, super Bericht :)

    Werde anfang August auch meine Zivistelle im EDV-Bereich antreten und hoffe auch auf viel Freizeit und nebenbei auch auf viel Spass!

    Grüße Pete

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