Archiv für den Monat: März 2005

Warum jeder Zehnte Europäer gegen HIV immun ist

(Ja, höchstes Gut der Überschriftenvariaton.)
Jeder Zehnte von uns Europäern hat eine genetisch bedingte Immunität gegen das HI-Virus. Das kommt durch eine CCR5delta32-Mutation, eine Mutation mit der T-Helferzellen für den Virus unangreifbar gemacht werden und es damit infunktionabel macht.
Aber woher kommt diese relativ hohe Zahl der HIV-Immunen?
Forscher sind dem auf den Grund gegangen und fanden heraus, dass das mit dem Mittelalter zu tun hat.
Damals hatte nur einer von 20.000 Menschen diese hilfreiche Mutation. Aber dann kam die Pest. Halt, nein, stopp. Dann kam der “Schwarze Tod”. Und dünnte die Menschen im Mittelalter aus. Mehrmals.
Alle Menschen? Nein nicht alle Menschen, manche nicht, und besonders nicht die mit der CCR5delta32-Mutation. Die überlebten nämlich. Und was macht man, wenn man überlebt? Richtig, ganz viele Kinder.
Somit gab es nach dem Mittelalter relativ betrachtet viele Menschen mit dieser Mutation.
Für Historiker ist das ein Hinweis dafür, dass es sich bei dem, was im Mittelalter tausende Menschen umbrachte nicht um die Pest handelte, die wäre von dieser Mutation nämlich nicht in ihrem Ausbreiten beeinträchtigt worden, sie nehmen an dass es sich um eine so genannte hämorrhagische Viruserkrankungen handelte.
Schön, gut zu wissen, toll.
Kann man so ein T-Helferzellen-Gen nicht nachträglich mutieren lassen..?

Neudefinition des Kilogramms

Bisher bezieht man sich immer, wenn man von Kilogramm spricht, auf das Urkilogramm. Das Urkilogramm ist ein Körper aus Platin und Iridium, der irgendwo in Paris in einem Safe liegt.
Man bezieht sich also immer auf einen Eichgegenstand. Und damit gibt es natürlich Probleme.
Ist Staub auf dem Gegenstand, wiegt er mehr – putzt man ihn zu stark, könnte man, sei es auch nur eine noch so kleine Menge der Oberfläche mit abtragen und damit das Gewicht verringern. Der Gegenstand ist veränderlich.
Darum fordern Wissenschaftler jetzt eine Neudefinition des Kilogramms. Ähnlich dem Meter einer Sekunde und den meisten anderen vorherigen Definitionsgrößen will man das Kilogramm in Bezug zu Naturkonstanten ausdrücken. So ist z.B. ein Vorschlag die Planck-Konstante mit einzubeziehen. Oder eine bestimmte Anzahl von Atomen.
Egal wie gemessen, das Kilogramm wäre unveränderlich und universel.
Klingt logisch.

Tiefe Stimme macht Männer attraktiv

Beim nächsten ersten Date Stimme verstellen, oder vorher ordentlich einen saufen gehen:
Frauen finden Männer mit einer tiefen Stimme attraktiv. Das ist jetzt wissenschaftlich belegt.
Die Forscher untersuchten Frauen auf ihr subjektives Empfinden beim Anblick sprechender Männer. Dabei schnitten die Männer mit tiefen Stimmen im Gegensatz zu Männern mit höheren Stimmen als dominanter, zuversichtlicher und freundlicher ab, hätten mehr Männlichkeit, mehr Sex-Appeal und schließlich mehr Attraktivität.
Natürlich gibt es auch direkt eine passende Erklärung dafür: Je mehr Testosteron, desto tiefer der Kehlkopf, je tiefer Kehlkopf, desto tiefer die Stimme. Und mehr Testosteron, so denkt dann das Urhirn, heißt “Der hat’s mehr drauf”.
Und ab welcher Stimmlage hat man jetzt ‘ne tiefe Stimme?

Pluto, wir kommen!

Mit der “New Horizons“-Sonde will die NASA bisher noch nicht Geschafftes erreichen, nämlich dem Pluto einen Besuch abstatten.
Pluto ist nicht nur der letztentdeckte (1930), er ist auch der von uns weit entfernteste Planet. Am äußeren Rand unseres Sonnensystems, hinter dem Kuipergürtel – einem Ring voller Eis und Geröll. Ob er allerdings wirklich als Planet angesehen werden soll, ist nach neueren Entdeckungen immer unwahrscheinlicher. Er gehörte bei einem Durchmesser von nur 2390km wohl besser in die große Kategorie der Planetoiden.
New Horizons, die die Pluto-Kuiper-Express Sonde ersetzt, soll Anfang 2006 starten und mit hübschen Geschwindigkeit schon 2015 Pluto und Mond Charon erreichen. Angekommen, werden die üblichen Instrumente ausgefahren und mit ihnen herum experimentiert.
Trotzdem: Spannend.

Bibelkritik…

Da hat jemand die Bibel analysiert. Und er war wohl mal nicht streng gläubiger Christ.
Auf jeden Fall ist dabei eine strenge Auseinandersetzung bei rumgekommen, die kommentiert auf der Website von Skeptic’s Annotated Bible begutachtet werden kann. Kapitelweise (mal bibelneutral ausgedrückt) sind Verse dargestellt, bei denen mit Icons versehene Randbemerkungen auf die Unsauberkeiten hinweisen.
Das Ganze gibt’s auch passend mit dem Koran und dem Buch der Mormonen.

Da hat wohl wieder einmal einer den Kram nicht verstanden… Naja, wer sich die Arbeit macht…
Nochmal in Kurzform: Bibel ist quasi ein Zwischendenzeilenbuch.

Maximalgröße für Sterne

Bisher theoretisierte man, da draußen gäbe es Sterne mit einer Masse von bis zu 1000 Sonnenmassen. Häufig gibt es die nicht, ok, aber es gibt sie.
Wissenschaflter untersuchten jetzt den 25.000 Lichtjahre entfernten Arches Sternhaufen. Das Arches Cluster ist eines der jüngsten und zugleich mit Sternen dicht besiedelste Gebiet unserer Galaxie. Sie richteten das sterbende (nur um es nochmal erwähnt zu haben) Hubble-Teleskop aus und machten eine erstaunliche Entdeckung.
Sie fanden einen Haufen Sterne im Bereich von 2 bis 130 Sonnenmassen. Aber keinen mit mehr. Keinen Einzigen.

“We expected to find 20 to 30 stars with masses between 130 and 1,000 solar masses,” Figer said. “But we found none. If they could have formed, we would have seen them. (space.com)

Wäre die Vorhersage der Anzahl der Sterne mit einer Masse jenseits der 150 Sonnenmassen geringer gewesen, z.B. bei zwei bis drei, dann hätte man das nicht entdecken auf den ‘Zufall’, auf ein Übersehen zurückführen können. Aber bei 20 bis 30 erwarteten Sternen kann das nicht der Grund sein.
Es muss eine Obergrenze für Massen von Sternen geben. Aber wieso diese existiert, wie sie funktioniert und warum und sowieso, das weiß noch keiner. Jetzt wird die Theorie erstmal in der Nature veröffentlicht, und vielleicht fällt ja dann einem klugen Kopf doch noch ein, woran das Limit liegen könnte.