Huygens: Erfolgreiche Landung

Es geht durch alle großen Zeitungen, durch alle TV-Sender, durchs Radio. Überall. Dementsprechend ist die Resonanz der Wissenschaftsseiten. Wow. Jeder berichtet drüber:
Die ESA-Raumsonde ist am Freitagnachmittag erfolgreich auf dem Saturnmond Titan gelandet, eine siebenjährige Reise ist damit für den ESA-Teil der Mission zuende gegangen. Mit einem riesen Erfolg.
Huygens konnte nicht nur erfolgreich die undurchsichtige Methanatmosphäre Titans durchdringen und dabei Daten aufzeichnen, die Sonde konnte sogar auf der Oberfläche fast unbeschädigt niedergehen und knappe vier Stunden weiterhin Daten sämtlicher Art übermitteln, eine Stunde länger als erwartet also. Huygens landete auf einem weichen Untergrund, der 15cm nach unten sackte. Die Landestelle, ein echter Glücksgriff also.
Schon die Fotos vom Landeanflug ließen vermuten, dass die Oberfläche Titans so ähnlich aussieht wie angenommen: Flüsse und Seen gefrorenen Methans und anderer Gase. Bei -180C. Die Nahaufnahmen von der Oberfläche aber lassen etwas anderes vermuten:

Die dunklen Bereiche seien wahrscheinlich keine Methanseen, wie manche Forscher zuvor gemutmaßt hatten. „Es sind wohl eher morastige Überschwemmungsgebiete“, sagte Keller gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Genaueres erfahren wir wohl in der Zukunft, wenn alle der 350 Bilder analysiert wurden und insbesondere ihre Spektralauflösung untersucht wurde.
Einen kleinen Verlust gab es aber auch auf dieser dennoch erfolgreichen Mission: Der erste Kommunikationskanal war bereits beim Eintritt in die Atmosphäre ausgefallen und konnte keine Daten zur NASA-Relaisstation Cassini funken. Ein Windmessungsexperiment konnte nicht durchgeführt werden und einige Bilder gingen verloren. Das Windexperiment wurde in einer beispiellosen Spontanaktion aber gerette: Eine kurzfristige Zusammenschaltung von 13 Radioteleskopen auf der Erde konnte derart genaue Ergebnisse liefern, dass das Experiment trotzdem als geglückt bezeichnet werden kann.
Das einzige bisher veröffentlichte Farbfoto zeigt eine rotorange Dunstatmosphäre über einer felsigen Landschaft, wie sie auch vom Mars stammen könnte.
Neben Fotos hat die ESA auch zwei Tonaufnahmen veröffentlicht, einmal von der Reise durch die Atmosphäre Titans und einmal das Radarecho der Oberfläche. Sehr interessant wie sich so ein fremder Mond anhört ;).

Bilder gibt’s auf der ESA-Homepage, hier und mehr hier, u.a. das eindrucksvolle Panorama.
Und jetzt entschuldigt die vielen Links ;).