Trailer (fast) aller TV-Shows kommender Saison Herbst 2014

Ihr kennt das Spielchen. Im Mai treffen sich die TV-Sender-Verantwortlichen in den USA und versuchen, Werbezeit für ihre neuen Serien zu verkaufen. Die Upfronts.
Natürlich geht das besser, wenn man weiß, wie die Serien aussehen. Und deswegen gibt’s während der Upfronts immer eine große Anzahl Trailer, die auf die Öffentlichkeit losgelassen werden.

Hier ist meine Sammlung aller fiktionaler Trailer der Serien der kommenden Saison.1 Geordnet nach meinem Gefallen. Über 40 Stück sind in diesem Jahr zusammengekommen. Nach den Trailern kommt am Ende des Beitrags die Liste der Serien, die noch ohne Trailer sind.
Manche Serien starten vor dem Herbst, manche erst zu Beginn des nächsten Jahres in der Midseason. Ich habe das mit einem kleinen Sternchen gekennzeichnet.
ABC hat seine YouTube-Trailer geogeblockt. Ich bin dabei auf Trailer von IGN ausgewichen. Mal sehen, wie lange die halten…

Trendspotting: Dieses Jahr scheinen mir besonders die Comic-Verfilmungen zu gefallen. Es wurden erfrischend wenige, peinliche Sitcoms bestellt. Mystery ist wieder in. Dramatische (Mord-)Fälle, die sich über mehrere Episoden ziehen, ebenso.2 Es sind wieder einige Hollywood-Bekanntheiten in Serien untergekommen.3 Viele Trailer sind wieder bis zum Anschlag auf Interessantheit geschnitten, was das Beurteilen noch schwieriger macht als sowieso. Warten wir’s ab, ob ich mich bei meiner Ordnung genauso grandios täusche wie in den Jahren zuvor.

Mehr Info zu den Shows gibt’s, wenn ihr auf den Shownamen im Titel klickt, oder bei der Wikipedia-Seite 2014–15 United States network television schedule.

Viel Spaß beim Schauen.

Gotham (FOX)

Batman-Universums-Origin-Story rund um Commissioner Gordon. Sieht gut aus. Auch über den Gotham-Kram hinweg.

Constantine (NBC)

Vom Trailer her, relativ gewagte Prime-Time-DC-Comic-Verfilmung. Sieht ziemlich gut aus.
Weiterlesen

  1. Ohne Animationsserien. []
  2. Ich habe das Single Case Show genannt. []
  3. J.J. Abrams Bad Robot Productions hat dieses Jahr allerdings keine neue Show am Start… []

Serienbefund 2013/2014

← not so good | good →

ComedyDramaCrime/Law

  1. The Good Wife
  2. Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.*
  3. Brooklyn Nine-Nine
  4. Game of Thrones
  5. How I Met Your Mother
  6. Community
  7. Shameless (US)
  8. House of Cards
  9. Orange Is The New Black*
  10. Person Of Interest
  11. Arrow
  12. Orphan Black*
  13. The Mentalist
  14. Mad Men
  15. Sherlock
  16. True Detective*
  17. The Newsroom
  18. Homeland
  19. Arrested Development*
  20. Castle
  21. Growing Up Fisher*
  22. The Bridge (US)*
  23. Top Of The Lake*
  24. 24*
  25. Franklin & Bash
  26. Silicon Valley*
  27. Chicago Fire
  28. Treme
  29. Vikings*
  30. The Americans
  31. Burn Notice
  32. Rookie Blue
  33. Chicago PD*
  34. Black Box*
  35. From Dusk Till Dawn*
  36. Strike Back
  37. Suits
  38. Episodes
  39. Graceland*
  40. Black Sails*
  41. Banshee
  42. Believe*
  43. House of Lies
  44. Enlisted*
  45. The Blacklist*
  46. Helix*
  47. Magic City
  48. The Glades
  49. Sleepy Hollow*
  50. Californication
  51. Doctor Who
  52. American Horror Story
  53. Dexter
  54. Almost Human*
  55. White Collar
  56. The Big Bang Theory
  57. True Blood
  58. Intelligence*
  59. New Girl

»Hey Andi, sag mal, welche Serien hast du denn im letzten Jahr so gesehen? Und wie fandest du sie?«
So!

Meine Damen, meine Herren. Mein Serienbefund der letzten 16 Monate.

Wie schon in den letzten Jahren habe ich probiert, die Serien in drei Kategorien einzuteilen. Comedy, Drama und Crime/Law. Die Einteilung ist stellenweise etwas beliebig. Insbesondere gibt’s keinen Überlapp zwischen Comedy und Crime/Law; Brooklyn Nine-Nine ist deswegen ganz links bei Comedy angeordnet. Stellt euch einfach vor, dass der linke Rand am rechten Rand anschließt.12

Oben stehen die besten Serien, nach unten hin werden sie immer schlechter. Bis am unteren Rand, weiß hinterlegt, die Serien kommen, die ich gar nicht (mehr) so knorke finde.
Auf einige Serien könnt ihr im oberen Bild klicken und kommt, weiter unten, zu meinem Kommentar dazu — oder ihr scrollt einfach runter und lest euch durch. Dieses Jahr habe ich meinen Senf zu ein paar mehr Serien gegeben.
Nichts zu sagen habe ich zu den beiden Amazon-Serien Bosch und The After, weil die Serien, abseits ihrer Piloten, eigentlich noch gar nicht angelaufen sind3, und über die Neil-deGrasse-Tyson-Neuauflage von Cosmos, weil’s keine fiktionale Serie ist.
Wie immer gilt: Bei vielen Serien ist die vertikale Position nicht ganz genau festgelegt. Vermutlich würde ich mich bei (fast) jeder einzelnen umentscheiden, wenn ich nur lange genug drüber nachdächte.
Natürlich habe ich eine Serie vergessen: Masters of Sex. Würde ich knapp unter Shameless einordnen.

Neu dieses Jahr: Das Bild oben ist komplett in CSS umgesetzt. Keine statische Grafik, alles HTML. Yay! So weit es das WordPress-Theme erlaubt ist es sogar ein wenig responsive.

Unten in den Serienbeschreibungen sind ein paar spoilrige Passagen ausgeblendet. Fahrt mit der Maus drüber und sie werden angezeigt.
Wenn ihr, als Mitglieder unserer kleinen Serienjunkie-Selbsthilfegruppe, sowieso schon alle Serien gesehen habt, dann könnt ihr hier für den gesamten Text die Spoiler wieder einblenden lassen:
Alle Spoiler .

Und bevor’s jetzt zu den Einzelbeschreibungen geht: Was denkt ihr? Was habe ich massiv falsch eingeordnet? Wo stimmen wir nicht überein? Was wollt ihr, jetzt, wo ihr wisst, dass es mein Premiumgütesiegel hat, unbedingt sehen? Lasst hören!

Übrigens: Mit den []-Links am Ende jeder Serienbeschreibung kommt ihr wieder hoch zum Bild.

The Good Wife

Keine Überraschung auf Platz eins, besonders nicht für Newshow-Podcast-Seher und -Höher.
Auch in der fünften Staffel macht The Good Wife noch immer alles richtig. Ach was… es macht alles richtiger als zuvor! Die Geschichten sind immer noch tolle Überdramatisierungen und TV-Verschwirbelungen aktueller Probleme (Google, Bitcoin, NSA, Snowden, Silk Road), gepaart mit altbekannter, komplexer aber kurzweiliger Familien- und Firmengeschichte. Julianna Margulies könnte in dem großartigen Mit-Cast untergehen, wäre sie nicht selbst eine noch etwas großartigere Schauspielerin. Und als Sahnehaube oben drauf: Musik und Kamera. Immer großartig4, manchmal ironisch und genial. Bei keiner TV-Serie fällt mir so stark auf, wie Bilder, Einstellungen und Musik das On-Screen-Geschehen verstärken können. Hach.
Und… (Spoiler!) … dann machen die auch noch inhaltlich solche abgedrehten Dinger! Das mit der langwierigen NSA-Story, die in Folge eins startet und erst, so richtig, zwanzig Folgen später zur Debatte kommt, hätte die Staffel schon abgehoben. Aber nahein! Wir lassen einfach mal so einen Hauptdarsteller sterben! Eine tolle Sache. Also, für die Geschichte, jetzt.
Jedenfalls: Dieses Jahr, wie alle vorherigen Serienbefunde zuvor: Anschaubefehl!
Ich rede sonst nicht mehr mit euch. Bitte verlasst mein Blog!!1
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Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.

Der erste von zwei Neustarts – und direkt so weit oben?! Ja! Agents of S.H.I.E.L.D. gefällt mir wirklich gut.
Das war nicht immer so. Zu Anfang fand ich die Show zwar solide, aber irgendwie hat sie nicht so recht gezündet. Das Artefakt der Woche war zwar nett, aber mehr auch nicht.
Aber irgendwann gegen Episode zehn wurde die folgenübergreifende Geschichte immer fesselnder – und SHIELD immer besser. Nach Captain America 2 dann, der inhaltlich so einigen Überlapp mit Marvel-Universums-Mitbewohner SHIELD hat, wurde die Serie dann so richtig gut. Verschwörungen, Betrug, actionreiche Handlung. Und das, mit den Schauspielern, die wir in den vorherigen, langsamen Episoden schon ausführlich kennengelernt haben. Dranbleiben hat sich also gelohnt.
Die Show balanciert gekonnt im Marvel-Universum herum und nimmt sich Inspiration aus Comic und Film. Hat aber genug Identität, um selbst eine eigene, starke Geschichte auszubreiten und fortzubringen; clever verwoben mit den Ereignissen aus Captain America 2.
Auch die Schauspieler sind ganz hervorragend. Clark Gregg mimt einen wunderbaren Phil Coulson, zeitweise cool, lässig und kontrollierend wie aus einem James-Bond-esken Agentenfilm, dann aber zutiefst erschüttert und zweifelnd. Toll sind auch Fitz & Simmons, die (viel) besseren Sheldon & Leonard.
Fassen wir zusammen: Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. ist eine tolle TV-Addition zum Marvelkrams. Tolle Schauspieler, actionreiche und aufwändige Umsetzung, Story gut, ab Mitte großartig.
→ Mein Pilotreview auf Newshows.
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Brooklyn Nine-Nine

Ja, direkt der zweite Neustart 2013. Die Serie über ein New Yorker Polizeirevier und deren seltsame Insassen.
Bei kaum einer Serie habe ich in der letzten Saison so viel gelacht wie bei 99. Die Witze sind großartig! Reichen im Spektrum von plump, über albern in an awkward way, über albern in a good way bis hin zu LOLROFLWTF! Jake Peralta ist ein so bescheuerter Charakter, er grenzt an Genialität. Und gespielt ist er auch großartig. Aber das gute bei 99: Damit hört’s nicht auf. Wenn ich die Charaktere-Liste im Kopf durchgehe, fällt mir bei jeder einzelnen Figur direkt eine spaßige Szene ein. Probiert’s mal selbst: Hitchcock & Scully. Boyle. Sergeant Terry. Rosa. Holt. Santiago.
Brooklyn Nine-Nine hat das Polizei-Comedy-Genre von aus der Polizeiakademie befreit und das allein wäre doch schon was. Aber so lustig? Damit hatte ich vorher nicht gerechnet. Und noch finde ich die Fall-der-Woche-Struktur, für mich sonst eher ein meh-Faktor von Serien, auch unterhaltsam.
Anschauen.
→ Mein Pilotreview auf Newshows.
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Game Of Thrones

GoT ist eine seltsame Serie. Aufwändig produziert, toll bespielt, fantastische Geschichte. Aber bis auf ein paar pompöse Schlüsselszenen passiert die meiste Zeit irgendwie nicht so furchtbar viel5. Und eh man sich versieht, sich langsam wieder an alle Namen, Beziehungen und Bösewichte gewöhnt hat, ist die Staffel auch schon wieder vorbei und die halbe Hauptdarstellerriege entlassen. Seltsame Serie.
Aber wenigsten ist dieses Drecksblag Joffrey weg!
Furchtbar toll anzusehen und auch in der aktuellen Staffel dem Hype gerecht werdend.
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How I Met Your Mother

2014, das Jahr, in dem uns Ted dann tatsächlich noch erzählte, wie er die Mutter traf. Das Internet™ fand das Staffelfinale nicht so knorke. Ich gebe zu: Das hätte besser gekonnt. Aber ich fand’s in Ordnung.
Das Ende der Geschichte, war ein bisschen forciert und vorschnell, aber inhaltlich durchaus schlüssig und ok. HIMYM war eben die Geschichte von fünf Freunden, die Erwachsen werden, die große Liebe – oder ihr persönliches Substitut dessen – suchen. Ted ist einer dieser Freunde. Und Teds Weg zum romantischen Glück war eben kein stetiger, grader Weg, sondern ein verworrener, voll Höhen und Tiefen.
Am Ende stand sein Glück mit der Mutter. Aber das Glück war eben nicht von Dauer, sondern kam nach toller Zeit zu Ende. That’s life! Man weiß nie, was einen erwartet. Und so fand Ted, die ältere Version seiner selbst, reicher um die Erfahrungen aus der Mutter-Zeit eben wieder zurück zu Robin. Das ist nicht das Ende, das ich gewählt hätte, aber für mich ist das ein plausibles Ende.
HIMYM ist die Geschichte vom Finden dessen, was einen persönlich glücklich macht. Individuell. Für das man selbst verantwortlich ist, aber das eben auch passiert. Man kann (und sollte!) initiativ sein — und das ist der Kampf, den Ted dauernd führt! — aber ultimativ gibt es immer noch Faktoren, die unbeeinflussbar jenseits des Einzugsbereich liegen. HIMYMs spielte von Anfang an mit Zufällen und unglücklichen Wendungen (wenn Ted mit der Mitbewohnerin seiner Zukünftigen anbandelt) und den Hauptcharakteren, denen das nicht genug ist, sondern die ihr Glück selbst in die Hand nehmen.
Eine weitere Moral HIMYMs: Jeder Mensch, jedes Paar ist anders. Lilly und Marshall, immerwährend perfekt und schon seit College in Stein gemeißelt, haben trotzdem ihre ganz eigenen Hürden zu bewältigen; der leichtfüßige Barney, eigentlich am anderen Ende der Romantikskala, der davon zwischendurch aber gar nicht so überzeugt ist. Und eben Robin und Ted, die irgendwie herauszufinden versuchen, was sie überhaupt wollen, wo sie überhaupt hingehören.
HIMYM ist »Der Weg ist ist das Ziel« unter den romantischen, coming-of-age-ishen Comedys. Eingebettet in eine großartige und stilprägende Produktion6 mit legendären Schauspielern und Charakteren. Das Ende hat mich da gar nicht so sehr interessiert. Auch wenn der Titel Anderes suggeriert, HIMYM war kein Lost, bei dem in der letzten Folge die große, finale Antwort dem Rest der Serie Sinn geben soll.7 HIMYM war eine tolle Reise.
Neun Jahre konnte ich Lilly und Marshall, Barney und Ted und Robin dabei zusehen, wie sie durch den lollipopbunten Alltag stolperten, während ich über Klausuren brütete, meinen Dipl.-Phys. bekam, meine Doktorarbeit startet — und auch mein Glück8 fand.
Danke dafür. Es war eine tolle Zeit.9
Um von diesen schmalzigen Endzeilen wieder runterzukommen, schaut doch bitte kurz dieses beiden GIFs: 1 & 2. Danke.
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Community

Die vorletzte, vierte Staffel von Community war nicht so das Wahre. Die Show war immer noch ansehbar und unterhaltsam. Aber den Weggang Dan Harmons hat man gemerkt.
Ein Glück kam er zurück für eine fünfte Staffel! Und die war direkt ein riesiges Stück besser und kehrte fast zu alten Höhen zurück. Fast, denn auch wenn die Serie einen guten Job ohne Troy macht – eigentlich gehört der dazu. Für mich mehr noch als Pierce.
Ich hoffe, dass Community auch nach der frischen Absetzung von NBC noch irgendwo eine sechste Staffel spendiert bekommt. Keine andere Serie vermag es so wie Community, andere Filme und Genres zu porträtieren.10 Dabei noch mit reichlich Meta-Elementen, Selbstreferenzen und Massen-inkompatiblem Nerd-Humor.
TV braucht eine Serie wie Community! #moreseasonsandmovies
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Shameless (US)

Shameless ist die abgefuckteste, aber zugleich auch ehrlichste Familienfernsehserie, die ich kenne. Natürlich ist die Show maßlos übertrieben und bis ins Letzte überspitzt. Aber im Kern dreht sie sich letztlich um die alltäglichen Probleme der Familie Gallagher & Co.
Shameless ist ein potenzieller Kandidat, um am 24-Syndrom zu leiden. Damit die Serie interessant bleibt, muss die Geschichte von Staffel zu Staffel immer extremer werden. Aus der Autobombe, wird die Atombombe, aus Schläfer-Wachsoldat wird der Schläfer-Präsidentenberater. Für 24 war das irgendwann zu viel. Aber, zum Glück, bei Shameless funktioniert das noch. Die Story der einzelnen Charaktere wird spaßig weiterentwickelt. Nur Fionas Rückfall fand ich ein wenig too much.
Bitte noch viele weitere Staffeln mit kreativen Wendungen.
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House Of Cards

House of Cards ist ein ganz eigenes Kaliber Fernsehen.11 Die Geschichte ist komplex, voll Politik und subtiler Taktierung. Aber man muss gar nicht alles bis ins aller letzte Detail nachverfolgen um die Optik und das Gefühl der Show wertzuschätzen. Und natürlich Kevin Spacey! Und Robin Wright!
→ Mein Pilotreview bei Newshows.
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Orange Is The New Black

Überrascht hat mich diese Netflix-Serie über den Gefängnisbesuch von Piper Chapman. Hatte ich, unter House Of Cards und Arrested Development, gar nicht so recht auf den Schirm. Umso toller war dann Show. Eine außergewöhnliche Story, erzählt von einer tollen Hauptdarstellerin. Macht Spaß. Und kommt zum Glück bald Staffel zwei.
→ Was ich auf Newshows dazu schrieb.
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Person Of Interest

Keine andere Show bringt so langsam und so subtil die übergreifende Geschichte voran, wie POI. Geht’s gerade noch um einen schwerwiegenden Mordfall, ist man auch schon mitten in einer neuen Verschwörungsaufklärung. Ohne, dass man’s merkt.
POI ist ein echter Slow Riser. Die Show war am Anfang etwas mäßig. Nicht schlecht, aber eben auch nicht so richtig interessant. Aber Stück für Stück, eben auf diese gemeine subtile Art und Weise, wurde es immer besser. Die übergreifende Geschichte immer wichtiger und interessanter. Und, zack, war man mitten drin, mit Herold und Reese und Carter und Fusco und Shaw.
POI ist die zweite Serie des letzten Jahres, die einfach mal so einen Hauptdarsteller umbringt. Wie bei der anderen Serie, auch hier ein genialer Schachzug, der zwar im ersten Moment erstmal blöd ist, die Geschichte aber ungemein nach vorne bringt und interessant hält. Und wie man immer wieder, indirekt, Parallelen zwischen der Maschine und der NSA-Maschinerie sehen kann, ist ebenfalls großartig.
POI ist eine Action/Crime-Serie, die man schnell mit YAP (Yet Another Procedural) verwechseln könnte. Aber das wäre aber falsch. POI ist nämlich ganz eigen und liebevoll geschrieben. Großartig.
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Arrow

Auch in der zweiten Staffel ist Arrow immer noch sehr unterhaltsam. Man hat gute neue Charaktere eingebracht und ist ,als dritte Serie im Bunde, andere losgeworden. Auch von der Story her war die zweite Staffel gut, Slade ein guter Bösewicht. Ein zweites Mal hab ich Arrow die Zerstörung von Starling City noch abgekauft. Für das Ende von Staffel drei sollten sie allerdings noch mal in die Kreativkiste greifen.
→ Mein Pilotreview, damals bei Newshows.
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Orphan Black

Eine echte Überraschung letztes Jahr, diese Serie des (vergleichsweise) kleinen BBC Americas. Tatiana Maslany! Die Hauptdarstellerin spielt die fünfunddrölfzig Hauptrollen dermaßen großartig…! Wow!
Abzüge gibt’s eigentlich nur für die etwas uninspiriert wirkende, aktuell laufende zweite Staffel. Aber solange Maslany dabei ist, würde ich vermutlich auch eine Häkelshow gucken.
Pilotreview.
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The Mentalist

Red John is dead! Oh. Spoiler! Sorry.
Die Show um Patrick Jane macht weiter ohne die traditionelle Red-John-Storyline. Ohne rotfarben-betitelte Folgen. Die sind jetzt vielfarbig und mit neuer FBI-Arbeitsgruppe. Zu meiner Überraschung funktioniert das erstaunlich gut. Jane löst seine Fälle auf altbekannte täuschende Art und Weise und hat dank neuem Setting neue Mitstreiter /-opfer und frische Randbedingungen.
So gut ich’s auch finde: All zu viele Staffel gebe ich der Show nicht mehr. Wenn Jane nicht bald einen neuen, großen Fall zur Seite kriegt, muss es inhaltlich doch schon bald wiederholend werden12.
Überhaupt, das wäre doch eine tolle Idee: The Mentalist orientiert sich an den vielen erfolgreichen Crime-Serien des letzten Jahres, die sich pro Staffel ausschließlich um einen einzigen großen Mordfall kümmern, und lässt in der ersten Hälfte der nächsten Staffel akribisch eine große Verschwörung eines Menschenhandelrings auffliegen.
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Sherlock

Sherlock, immer noch toll, wegen der hervorragend Schauspielern, wegen der Art der Darstellung der Geschichte. Aber in der letzten Staffel, Story-mäßig dann doch etwas dünn, fand ich. Kann dann bitte wieder so genial wie vorher werden.
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True Detective

Was ein Schauspiel! Im positiven Sinne. Es macht furchtbar viel Spaß, Woody Harrelson und Matthew McConaughey zuzusehen. Insbesondere Letzterer hat sich mit der Serie in meinem Ansehen hochgespielt13. Und, wie wir alle wissen, ist es das, was jeder Hollywoodschauspieler im Innersten erstrebt.
Der Fall an sich war tatsächlich eher so lala. Es war halt ein Mord-Entführungs-Fall, der sich über Jahrzehnte und die gesamte Staffel streckte. Wenn auch ein krasser Fall. Aber wie True Detective umgesetzt wurde – die Bilder Louisianas, die Kameraeinstellungen beim Porträtieren der verschiedenen Protagonisten, die Autoszenen!, auch die Verzahnung der verschiedenen Zeitlinien — toll. Ich freue mich auf die zweite Staffel. Und dann, vielleicht, ein klein bisschen schnelleres Erzähltempo. ok?
→ Mein Pilotreview drüben.
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Arrested Development

Hey Andi, warum steht Arrested Development denn so weit unten bei dir?
Weil ich die Staffel konfus fand.
Versteht mich nicht falsch: Die Netflix-Staffel von Arrested Development war großartig. Gespickt von hochwertigem und komplexen Nerd-, Insider-, Wortspiel- und Sowieso-Humor. Eine bescheuerte Aktion jagt die andere. Und auch die Erzählart fand ich prinzipiell ganz gut. Aber irgendwie war es mir dann, in der praktischen Ausführung, doch etwas zu wirsch.
Trotzdem war es entzückend, Michael samt Familie wiederzusehen.
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Growing Up Fisher

Growing Up Who!?
Eine der wenigen guten Serienneustarts der letzten Saison. Hatte ich so nicht auf dem Schirm — und so geht’s vermutlich auch den meisten Lesern. Ist leider auch schon abgesetzt.
Growing Up Fisher ist eigentlich eine Standard-Familien-Serien. Der Spin: Der Familienvater ist blind. Aber auch darüber hinaus ist die Show erfrischend unklischeeig und ehrlich. Gefiel mir und hatte Potenzial. Aber anscheinend keine Zuschauer.
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Castle

Castle und The Mentalist sind für mich eine Kategorie. Shows, die ewig laufen, die ihre Serienmitte gefunden haben und das Erfolgskonstrukt nur vorsichtig anfassen. Castles Ent-Red-John-isierung, das serienmarkerschütternde Ereignis der letzten Staffeln, war das Zusammenkommen des Detektivgespanns.
Während The Mentalist mir im Moment hervorragend gefällt und auch mit der neuen Struktur Spaß macht, geht mir Castle ein wenig zu zäh voran. Das ewige Castle-Beckett-Karussel dreht sich zu langsam weiter für meinen Geschmack.
Auch Castles unterhaltsame Form, Mordfälle als Persiflage anderer Filme, Serien und Comics zu erzählen, beginnen sich zu wiederholen. Das ist nicht gut.
Trotzdem: Immer noch schaue ich die Show gerne. Allein schon um das wöchentliche Outfit Becketts auszulachen. Wirklich, wer ist deren Kostümbeauftragte?!
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The Bridge (US)

FXs Remake des Dänischen Originals14 hat mir gut gefallen. Ein komplexer Fall15, gute Schauspieler, eigenartige Charaktere, viel Gesellschaftskritik. Und spannend.
Diane Kruger’s Darstellung von Det. Sonya Cross war anfänglich gewöhnungsbedürftig, der autistische Touch war mir etwas zu seltsam. Aber irgendwann ging’s. Gewöhnungssache.
Jedenfalls: Ich freue mich auf die zweite Staffel. Soll bald starten. Startet am 9. Juli.
Auf Newshows.
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Top Of The Lake

Eine weitere Single Case Show. Eine weitere Show, die mir vor Ausstrahlung nicht bekannt war.
Ein intensiver und spannender Fall, getragen von neuseeländischer Landschaft und Elisabeth Moss. In etwa, wenn Stieg Larsson The Killing geschrieben hätte.
Solltet ihr euch anschauen. Sechs Folgen. Das war’s. Eine zweite Staffel gibt’s nicht.
Pilotreview.
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24

24 ist zurück. Für eine 24/2-Episoden-lange Staffel. Inhaltlich bin ich noch nicht so sicher, ob die Staffel an die alten Qualitäten der frühen Staffeln anknüpfen wird. Aber seit dem eigentlichen Ende hat sich viel getan, bei der von 24 porträtierten Geschichtsnische (Snowden, Drohnen, Afghanistan, Bin Laden, …). Und man scheint einiges davon aufzugreifen. Gut!
Warum ich 24 hier aber erwähnen möchte: Mir war gar nicht mehr klar, wie stilprägend die Art von 24 war! Die verschiedenen Kameras, durch Fensterscheiben hindurch filmen diesen Doku-Look geben. Die Qualität der Bilder. Die (pseudo-)actionhaften Kamerafahrten. Ich finde das toll bei der aktuellen Staffel. Ein bisschen so, wie nach einem langem Urlaub zurück nach Hause kommen.
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Silicon Valley

Eine Serie über ein Startup im Silicon Valley. Mit lauter Internet- und Entwickler-Humor und verrückten Charakteren. Gefällt mir. Ist völlig anders als die üblichen, dramatischen Serien, aber für uns Internetmenschen™ nicht minder unterhaltsam. Highlight: Christopher Evan Welch als Peter Gregory. Und ein hübsches Intro. Vielleicht derzeitig das zweithübscheste nach Game Of Thrones.
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Treme

Treme ging leider dieses Jahr zu Ende. Stilecht, passend zur Serie, ohne großes Brimborium. Ich schrieb das ja hier schon: Treme war toll. Die Kultur, das New-Orleans-Feeling, die verschiedenen Charaktere.16
Ich freue mich auf das nächste Projekt von David Simon, Manhunt, über das Lincoln-Attentat.
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Vikings

Wer hätte gedacht, dass Geschichte so unterhalten könnte? Nungut, Vikings ist stark übertrieben, vermutlich so stark dramatisch überzeichnet, dass selbst Neal Caffrey das darunter liegende Gemälde nicht mehr erkennen könnte.
Trotzdem / gerade deswegen funktioniert Vikings. Ungeschönte, dreckige Bilder aus dem frühmittelalterlichen Skandinavien. Protagonist Ragnar, der aber alles andere als gerechter Herrscher ist. Auch das, plausibler Teil der schmutzigen Wikingerwahrheit. Ein Glücksgriff für den History Channel.
→ Mein Pilotrückblick auf Newshows.
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Suits

Suits, Suits, Suits. Die Serie hat so viel Potenzial! Grandiose Schauspieler. Ein tolles Setting.
Und dann drehte sie sich eine komplette Staffel nur um sich selbst. Serienmasturbation, sozusagen. Das ging mir gehörig auf den Senkel. Hier ein Hintergehen, dort eine Intrige. Puh.
Zum Glück wurde das in der aktuellen Staffel besser. Wenn das so bleibt, dann Stufe ich die Serie in meiner Liste nächstes Jahr auch wieder hoch. Dieses Jahr sind Aus-Prinzip-Strafpunkte. So.
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Graceland

Eine Serie über ein Haus voller Undercover-Agenten, bei dem die Bewohner auch nicht so ganz koscher sind. War gute Unterhaltung im letzten Sommer. Das Ist-er/Ist-er’s-nicht–Hin-und-her war, zu meinem Erstaunen, nicht langweilig. Mal sehen, ob das auch so bei der zweiten Staffel bleibt.17
Review auf Newshows.
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Black Sails

Die Prämisse fand ich toll. Eine Piratenserie! Arr! Das hatten wir noch nicht.
Letztendlich drehte sich die Show leider viel zu austauschbar um die verschiedenen Ebenen von Hintergehung, Hintermrückenhandel und Hinrichtung. Das Setting auf der Schatzinsel war ok, aber ich hatte mir mehr erhofft. Mehr Schiffskampf, mehr Überfälle.
Newshows-Pilotreview, bei dem ich das noch was anders sah.
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The Glades

The Glades ist leider abgesetzt. Schade.
Vermutlich war die Serie schlussendlich einfach zu profillos. Nicht schlecht, ich fand sie sogar sehr unterhaltsam (wegen Matt Passmore), aber eben auch nicht besonders genug.
Nur: Bitte A&E… Absetzen? Nach so einem Staffelfinale? Das ist doch geradezu grausam!
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American Horror Story

AHS ist so eine Sache. Jede Staffel ist furchtbar toll produziert und sieht optisch blendend aus. Soviel Detailtreue legen Ryan Murphy und Brad Falchuck da hin… Wow!
Aber leider sind die Geschichten furchtbar doof! Langweilig. Vorhersehbar. Over the top. Und an den Haaren herbei gezogen. Irgendwann funktioniert das Suspension of Disbelief eben nicht mehr… Und bei AHS schon relativ bald…
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Almost Human

Meine große Enttäuschung unter den letztjährlichen Neustarts. Ich hatte große Hoffnungen auf Almost Human gesetzt. Interessante Schauspieler (Karl Urban, Michael Ealy, Minka Kelly), bekannte Produzenten (J. H. Wyman, J.J. Abrams, Bryan Burk) und eine futuristische Story mit Androiden.
Geliefert haben sie ein langweiliges, weil unspannendes Cop-Drama(chen), das die Zukunftsumgebung zu wenig ausnutzte und auch mit keiner folgenübergreifenden Geschichte die mittelmäßigen Fälle der Woche überdecken konnte. Und dann hat FOX die Folgen auch noch in falscher Reihenfolge ausgestrahlt…
Ich bin enttäuscht. Ist auch abgesetzt…
Newshows-Review, bei dem ich noch guter Dinge war…
[]

Intelligence

Von Intelligence bin ich ebenfalls enttäuscht. Ich hatte mir das etwas ernstere Remake von Chuck vorgestellt, mit Sawyer in der Hauptrolle.
Von wegen.
Die Show war voller flacher Dialoge, inkonsistenter Story und viel Facepalm. Schade.
[]

New Girl

Blablablabla. So habe ich während der aktuellen Staffel gefühlt. Jess nervt einfach nur noch. Ich habe irgendwann aufgehört zu schauen. Ich denke, die Show ist zu Ende erzählt. Ich hoffe es…
[]

  1. So, als würde man das Bild aufrollen und die beiden Ränder mit Digitalkleb 200 zusammenkleben. []
  2. Für nächstes Jahr habe ich da eine Idee, die’s aber ganz schön kompliziert machen könnte. Wir werden sehen. []
  3. Ich fand sie aber gut. []
  4. Wiederhole ich mich? []
  5. Natürlich bei Weitem noch nicht auf Mad-Men-Niveau. []
  6. Die Rückblenden, schnellen Schnitte, Ausschweifungen. Das ist HIMYM! []
  7. Und auch bei Lost war das weniger wichtig, als wir der Serie im Nachhinein zugestehen. []
  8. <3. []
  9. Schluchtz. []
  10. Interessanterweise: Die zweitbeste Genre-Hommage-Serie ist Castle. Oder vergesse ich gerade eine? []
  11. Also, genau genommen, ist es gar kein Kaliber Fernsehen. Eher Internetsehen?! []
  12. So viele unterschiedliche Geschichten kann es doch einfach nicht geben, oder? []
  13. Jetzt fehlt nur noch, dass die Katherine-Heigl-Serie nächstes Jahr gut wird! []
  14. Das habe ich übrigens nie gesehen… Jaja, ich weiß. So many shows, so little time. []
  15. Haben wir denn jetzt eigentlich einen Namen für diese Art Serie? Single Case Show? []
  16. Ist euch eigentlich aufgefallen, in wie vielen Serien Michial ›Sonny‹ Huisman in letzter Zeit zu sehen ist? Nashville, Game Of Thrones, Orphan Black… Steve ›DJ Davis‹ Zahns Karriere ist nach dem Absetzen von Mind Games hingegen nicht so erfolgreich. []
  17. Startet am 11. Juni. []

Quantified Self: Ein Update

Quantified Me!Im August und im Oktober stellte ich euch mein neues digitales Hobby vor: Self Tracking, Quantified Self, Blablabuzzwordselfblabla. Für zwei Blogposts sammelte ich Informationen aus meinem Alltag, summierte sie oder stellte sie in Graphen dar.

Seitdem war es still hier im Blog zum Thema BuzzQuantified Self.

Aber nur hier! Denn meine QS-Interessen1 sind keines Falls abgekühlt. Nur, wie so häufig, fehlte mir vor lauter Enthusiasmus die Zeitpriorisierungsfähigkeit, einen Blogbeitrag daraus zu machen. Aber nun!

Was also in letzter Zeit so geschah:

Vortrag beim Quantified-Self-Meetup in Köln


PDF
In Köln gibt’s ein Treffen von QS-Interessierten. Ich wurde gefragt, ob ich vortragen mag, was so meine Erfahrungen zum Thema sind. Habe ich gemacht, am 30. Januar.2

Fitbit-Schritte im Verlauf einer WocheIch erzählte ein bisschen von meiner QS-Motivation, von den beiden Blogposts und von dem, was ich seitdem gemacht habe (s.u.). Am Ende gab’s dann auch noch ein paar beschriftete Graphen: Fitbit-Schritte (in verschiedenen Darstellungsarten), Chrome-Prozesse, Tastaturanschläge, Stromverbrauch.

Ein großer Spaß! Anwesend waren auch Reporter der dpa und des ZDFs3, denen ich beide Antwort stand. Vermutlich habe ich großen Quatsch erzählt — ich werde euch jedenfalls nicht darüber informieren, wenn Artikel und TV-Beitrag veröffentlicht sind…

Stromverbrauch im Verlauf des Monats. Wer erkennt Wochenenden?(Es gab einige andere interessante (Werbe-)Vorträge. Und Trinken. Für umsonst — alles! Ihr solltet auch mal hin! →meetup.com/QS-Koeln/)

quantified.andreasherten.de

quantified.andreasherten.de Screenshot. Quelle: Internet.Wie im letzten Blogpost schon angeklungen, arbeite ich daran, verschiedene Quants4 automatisch, on the fly, zu speichern. Chrome-Prozesse werden im Fünf-Minuten-Takt in eine Datenbank geschrieben, Tastenanschläge und Mausklicks werden zweistündlich aus der Programm-Datenbank in meine eigene Datenbank exportiert, Fitbit-Daten werden aus der Fitbit-API in meine eigene Datenbank befreit. Das waren meine Schritte, dann sollten es doch auch meine Daten sein, was? Aber ich möchte auch alle Daten an einer Stelle in simpler Form gebündelt haben. Und manche Daten (Chrome-Prozesse) müssen sowieso live aufgezeichnet werden.
Ihr seht: Eine eigene Datenbank bietet sich förmlich an.

Und wenn sowas existiert, warum dann nicht auf einer Webseite darstellen?
Genau.
Und deswegen gibt’s quantified.andreasherten.de.
Die Webseite zeigt in seiner momentanen Fassung Schritte, Stockwerke, Tastaturanschläge, Mausklicks und gehörte Songs an.5 Außerdem gibt’s einen hübschen Graphen der Schritte und Stockwerke der letzten zehn Tage.

Nachts werden ein paar der Infos von einem Twitter-Bot gepostet — @QuandiH, weil ich ja großer Freund minderqualitativer Wortspiele bin. Bisher ist der Inhalt eher mau, aber das kommt schon (es fand nur im Vortrag Erwähnung, deswegen auch hier).

Code, Code, Code

Während ich so an Wochenenden einen Quant nach dem anderen (weiter)programmiere, lerne ich so einige Programmiersprachen. Insbesondere Python. In das ich mich ein bisschen verliebt habe. So intuitiv, reduziert, elegant — und es gibt schon so furchtbar viel dafür in Paketen. <3.

Allen Code, den ich so für meine QS-Erstellung produziert habe, gibt’s natürlich im entsprechenden Github-Repository: → github.com/AndiH/QuantifiedSelf. Dinge programmieren macht nämlich doppelt so viel Spaß, wenn man sein Resultat danach mit anderen teilt.
Jedes Quant (im entsprechenden Ordner) im Repository ist so angelegt, dass auch ihr mit eurer persönlichen Datennahme beginnen könnt. Jede README erklärt, was ihr benötigt und wie ihr vorzugehen habt. Ihr könntet zum Beispiel doch auch mal den Vorlauf eurer offenen Chrome-Tabs aufzeichnen — na?
Außerdem gibt’s Todo-Listen, falls ihr mir bei meinen zu vielen Ideen helfen wollt.

Zukunft

Ich habe noch einige Quants in petto. Manches läuft schon im Hintergrund und wartet nur auf die Auswertung, manches hat kleine Proof-of-Concept-Test-Dateien, manches habe ich nur als Idee skizziert. Aber davon habe ich genug.
Mal sehen, wo es als nächstes mit weitergeht. Wünsche?

  1. »QS«, wie wir Insider sagen — ich bin ja jetzt einer. []
  2. Dann, als in Köln eine Bombe entschärft wurde. Das weiß ich deswegen, weil mich die Google-Maps-Navigation mitten in den Bombenentschärfungsstau geleitet hat, mein Zeitpolster zum Staustehen und -umfahren drauf ging und ich keine Zeit mehr zum Abendessen hatte. Sadface. []
  3. Die sich, wiederholt, für meine Motivation hinter allem interessierten. Und Datenschutz! []
  4. So habe ich die analysierten Dinge genannt. Clever, was? []
  5. Schritte und Stockwerke sind sogar farbkodiert nach meiner erreichten Leistung! []

Passwortsicherung

TL;DR: 150 000 000 Adobe-Passwörter wurden veröffentlicht. Auch meins. Also: Andi benutzt jetzt einen Passwort-Manager mit Randompasswörtern (1Password) und allen Schikanen; Außerdem Two-Factor-Authentifizierung überall wo geht.
Safe
Adobe-KreuzworträtselVor ein paar Monaten wurden 150 Millionen Adobe-Passwörtern veröffentlicht.1 Passwörter, von Leuten, die irgendwann in den letzten Jahren GEZ-Vertreter-mäßig mal dazu gezwungen wurden, sich für die Nutzung eines Adobe-Diensts einen Login zu generieren. Yay!
Die Passwörter gingen nicht im Klartext publik, sondern in gehashter, also verschlüsselter, Form. Aber sie waren weit entfernt von vernünftig verschlüsselt. Es fehlte zum Beispiel das Salt beim Verschlüsseln: Ein Zusatz, der dafür sorgt, dass die verschlüsselte Version zweier gleicher Passwörter unterschiedlich aussehen. Besonders toll, weil neben den Passwort-Hashes auch die Passwort-Erinnerungseinträge mit veröffentlicht wurden.Adobe-Passwörter von http://stricture-group.com/files/adobe-top100.txt. In den Freitextfeldern konnte jeder User beliebige Hinweise zum Passwort eintragen. Beliebige…2 Ihr könnt zum Beispiel ein lustiges Adobe-Passwörter-Kreuzworträtsel spielen und euch überzeugen.

Mittlerweile könnt ihr euch auf Rückwärtssuchseiten (hier oder hier) davon überzeugen, dass auch ihr von den veröffentlichten Passwörtern betroffen seid. Und ihr könnt herausfinden, wie klug derjenige im Freitext-Feld war, der das gleiche Passwort wie ihr hatte.

Puh!
Tatsächlich ist auch mein Passwort irgendwo da draußen. Und es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis es jemand entschlüsselt hat. Bei Adobe hatte ich nicht mein sicherstes Passwort benutzt — aber ein Passwort, was ich bei anderen Diensten gleichen Kalibers auch verwendet hatte. Das »Schnell mal anmelden damit du, blöder Dienst, mich aufhörst zu nerven und ich dich endlich benutzen kann«-Passwort.

Zeit, den Passwortscheiß mal sicherer zu machen. Projekt Passwortsicherung.

Passwort-Manager

Lange Zeit hatte ich mich dagegen gewehrt, die Kontrolle über Passwörter abzugeben. Ich wollte im Kopf wissen, wie das Passwort für jenen Dienst ist. Weil mein Gehirn leider noch auf Firmware-Version 1.0 läuft und nur über begrenzte Speicherkapizitäten verfügt, führt das unweigerlich dazu, dass Passwörter dienstübergreifend ähnlich sind. Nicht identisch (ich hatte mir da was ausgedacht) aber ähnlich.
1PasswordAber wenn jemand ein Passwort dieser Art vorfindet, wird er relativ schnell auf die dienstabhängige Anpassung kommen und so auch auf die jeweiligen anderen Passwörter. Blöd.
Wiederstand ist also wieder mal zweckles und es bleibt nur übrig, einen Passwort-Manager zu benutzen, der zufällige Passwörter voller Sonderzeichen generiert und abspeichert.
Ich benutze nun also 1Password, das Nonplusultra-Passwort-Verwaltungs-Tool für OS X. Leider etwas teuer, aber toll zu benutzen. (Alternativ war LastPass in der näheren Auswahl. Das gibt’s auch für Windows und Linux. Auch eine Alternative: KeePass. Frei und Open Source und für alle Plattformen erhältlich.)
1Password Menu App1Password hat eine Mini-App, die in der OS-X-Menüleiste läuft, hat Plugins für alle wichtigen Browser (Chrome, Firefox, Safari) und eine iOS-App3 zum mobilen Passwortzugang. Die 1Password-Passwort-Datenbank liegt in meiner Dropbox zum automatischen Backup — und, weil die Datenbank eine Webseite integriert hat, mit der man seine Passwörter auch ohne 1Password-Programm entschlüsseln kann. Gut für den Linux-PC auf der Arbeit.
1Password via Dropbox auf einem Linux-PCAusgeschlossen habe ich Dropbox, weil dort die Datenbank liegt, Google, weil GMail meine Haupt- und auch Passwort-Vergessen-E-Mail-Adresse ist, und Apple, weil ich auf dem Handy zum Authentifizieren nicht immer in die 1Password-App wechseln möchte. Letzteres mag sich in Zukunft aber durchaus noch ändern.

Für 1Password habe ich mir ein tolles neues Passwort ausgedacht. Das ist so lustig und clever, da bin ich ein bisschen stolz drauf und werde es deswegen hoffentlich so schnell nicht vergessen4. Außerdem habe ich das Passwort auf Papier notiert und auf der Rückseite meiner Tastatur versteckt.
Wenn ihr für euer super cleveres Passwort Inspiration braucht, es gibt einen auf xkcd-Comic-936-basierenden Passwort-Generator.

Zwei, drei, vier Faktoren

Der heiße Scheiß am Passwort-Himmel sind mehrschichtige Passwörter. Genauer: Two Factor Authentification. Neben eines Passworts braucht man noch einen weiteren, temporär gültigen Code zum einloggen.
Facebooks Passcode-EingabeDie klassische, etwas manuellere Variante ist das Zusenden eines Codes auf sein Handy. Wie beim Online-Banking kriegt man eine SMS mit einem numerischen Code auf’s Mobiltelefon, wenn man sich einloggen oder sensible Operationen ausführen will. Der Vorteil: Das Vorhandensein des Handys generiert eine zweite Stufe der Sicherheit. Nachteil: Für die Dienstbetreiber entstehen zusätzliche Kosten. Außerdem sind SMS ja 1998.
Google Authenticator (iOS)Ein alternativer Standard, der sich gerade durchsetzt, ist TOTP – Time-based One-Time Passwords. Zur Aktivierung der TOTP-Two-Factor-Authentifizierung tauscht man zwischen dem zu schützenden Dienst und einer TOTP-App Initiierungsgeheimnisse aus — in Form des Scannens eines QR-Code5 oder des händischen Eintragens der Zeichenkette. Dann generiert die TOTP-App kontinuierlich, in 30-Sekunden-Abständen, neue 6 Ziffern, die ihr beim Einloggen in den TOTP-aktivierten Dienst eintragt. Nur dann dürft ihr euch einloggen — für diese, aktuellen 30 Sekunden. In einer halben Minute gibt’s einen neuen Schlüssel.
Der Google Authenticator ist eine kleine TOTP-App für iOS und Android, die sich wunderbar für den Zwei-Faktor-Krams eignet.

Die Frage, die man sich unweigerlich als nächstes stellt: Wie komme ich in meine Two-Factor-aktivierten Dienste rein, wenn ich mein Handy an der Skaterbahn hab liegen lassen? Dafür gibt’s, je nach Dienst, mindestens eine Liste von Backup-Codes, manchmal aber auch Alternativ-Telefonnummer, auf denen man im GAU-Fall angerufen wird.

Ich habe Two-Factor-Authentifizierung (und befreundete Sicherheitsmaßnahmen) bei folgenden Diensten aktiviert:

  • Google
    Inklusive ausgedruckter Backup-Codes, verschiedener SMS- und Sicherheits-Telefonnummern und Single-Use-Passwörter für einzelne, die Google-Dienste-verwendende Programme (Mail.app, Picasa…).
  • Dropbox
    Inklusive Sicherheits-Telefonnummer. Der Wiederherstellungscode ist auch ausgedruckt.
  • Facebook
    Inklusive SMS-Telefonnummer, Umstellung auf Google Authenticator anstelle des Facebook-eigenen Code-Generators der mobilen Facebook App, Backup Codes und fünf zuverlässige Kontakte.
  • Github
    Inklusive Backup Codes.
  • WordPress Blogs
    Ein Plugin für die lokale WordPress-Installation, um den Login mit zusätzlichem Code abzusichern.

Habt ihr noch mehr Two-Factor-Dienste, die ich hier in der Liste nicht aufgezählt habe? Apple unterstützt bisher leider nur das Versenden von Codes per SMS und deswegen auch nur in den USA. Europa soll aber Anfang 2014 kommen. Habichwogehört. Bei Twitter kann man auch nur sein Two-Factor-Handynummer eingeben, wenn man aus einer Reihe von Ländern kommt, zu der Deutschland nicht gehört.

Ein bisschen nervt das doppelte Passworteingeben schon, ja. Aber dafür erhöht es die Sicherheit ordentlich. Und da ist das für mich ein gern in Kauf genommener Zwischenschritt.

Zwischendurch fand ich den Yubikey ziemlich interessant. Das ist ein kleines Gadget, was man immer bei sich trägt und in den USB-Port des Computers steckt. Das kümmert sich dann um den (T)OTP-Kram.
Zusätzlich könnte man auch ein langes statisches Passwort reinhacken und das, ergänzt mit einer einfachen Passphrase (»Käse«) aus dem Kopf, zum Entsperren des 1Password-Tresor nehmen. Something you know and something you have.
Aber so ganz überzeugt hat mich das alles erstmal nicht.

Handy

Ich bin kein großer Freund der Handy-Passcodes zum Entsperren der Mobiltelefone. Sie nerven, wenn man sie dauernd eingeben muss, außerdem zweifele ich am Kosten-Nutzen-Verhältnis: Wann verliert man schon mal sein Telefon oder bekommt es geklaut? Wir sind hier schließlich nicht in der Bronx.
Da wegen Two-Factor-Authentification und der Gehirnauslagerung zu 1Password allerdings mein Handy zu einem wesentlichen Punkt in meiner Sicherheitskette geworden ist6, habe ich mich hinreißen lassen, meinem Telefon einen Passcode zu geben.7 Außerdem fand ich raus, dass man das Passcode-Abfrage-Intervall auf vier Stunden setzen kann. Das ist gut.

Bottomline

Passwortmäßig bin ich jetzt so sicher wie eine Kugel vor’m Umkippen.
Zumindest, bis jemand den NSA-Exploit im Zufallsgenerator von 1Password postet und alle meine Passwörter reproduzierbar macht. Oder der Google Authenticator beginnt, hexadezimale Zahlen auszuspucken.
Auch gut, dass ich mir keine Sorgen vor schlecht-programmierten Diensten mit zwielichtigen Passwortsicherheitsmaßnahmen und -datenbanken mehr machen brauche. Das lässt mich nachts direkt viel tiefer schlafen.

Fühlt sich gut an.

Was macht ihr anders? Was macht ihr besser? Seht ihr Gefahren? SPRECHET ZU MIR.

  1. Von den gefährlichen Meta-Auswirkungen der Adobe Leaks für die Arbeitsweise von Passwortcracker möchte ich nicht sprechen. Ich, als hypothetischer Passwortcracker, würde jetzt jedenfalls alles daran geben, mir das größte Dictionary-File aller Zeiten zu entschlüsseln… []
  2. »Numbers from 1 to 6.« []
  3. Die man sich natürlich noch mal extra kaufen muss. []
  4. Das ist, glaube ich, ein guter Trick: Ein Passwort, mit dem man etwas verbindet. []
  5. Vielleicht der einzige sinnvolle Einsatzzweck von QR-Codes? []
  6. Außerdem funktionieren manche Apple-Dienste nur mit eingeschaltetem Handy-Passcode. []
  7. Lustige Geschichte: Beim Setzen des von langer Hand überlegten Passcodes unterhielt ich mich. Natürlich war der Passcode danach nicht der, den ich eigentlich haben wollte. Irgendwann fand ich ihn dann heraus. Apple resetet den »Ihr Telefon ist für X Minuten gesperrt«-Counter übrigens, wenn man das Handy an den Rechner anschließt. []

Wer Red John nicht war (fast spoilerfrei)

Am Sonntag lief in den USA Folge 6×08 von The Mentalist. Episodentitel: Red John. (Link in der Fußnote1.)

Wer Red John nicht war:

  • Patrick Janes schizophrene Persönlichkeit, mit der er sein Ermorden von Frau und Kind rechtfertigte.
  • Ein guter Maler.
  • Ein Bewohner Asgards, seit Jahren schon auf der Erde, dem langweilig geworden ist.
  • Das Fegefeuer, bei dem sich Patrick Jane für seine Taten zu Lebzeiten rechtfertigen musste. Jane starb mit Frau und Kind bei einem Hauseinbruch.
  • Jemand, der nicht von Anfang dabei war.
  • Teresa Lisbon, eigentlich eine psychopathische Transvestite.
  • John Connor, aus der Zukunft gekommen, um den zukünftigen Erfinder von Skynet, Patrick Jane, umzubringen. Leider lief der Zeitsprung schief, John wird wahnsinnig und findet zu viel gefallen am Spiel mit Patrick.
  • Voldemort.
  • Jemand, der sein Finale genauso akribisch und genial plante wie alle anderen Verbrechen.
  • Der nette Steuerberater Jimmy, der tollpatschig von einem zum nächsten Mord stolperte.
  • Das personalisierte Böse der Menschheit. Nur wenn jemand regelmäßig den Druck aus der Insel ablässt, bleibt die Menschheit verschont. Patrick Jane ist übrigens tot. Alle sind tot.
  • Agent Cho, der alle jahrelang durch seinen allzeit gut gelaunten, sympathischen Hundeblick täuschte. Bastard.
  • Der Regisseur der »The Trumen-talist Show«, der Quote für seine Realityshow brauchte.
  • Edgar, die Schabe aus dem Weltall.
  • Kein Goldesel.

Zu guter letzt: Red John war auf jeden Fall nicht:

  • Rot.
  1. Die Wikipedia verrät, völlig korrekt, in der Synopsis der Episode, wer Red John ist. Also: Obacht! []